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Konzeption zur Kooperation und Jahrgangsmischung der HSS und der Grundschule Hofen

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Rahmenbedingungen
    2.1 Bildungspläne
    2.2 Räumlichkeiten
    2.3 Verlässliche Besprechungszeiten
  3. Teamarbeit und Haltung
  4. Schulleben
    4.1 Unterricht
    4.2 Pausensituationen
    4.3 Gemeinsame Feste und Projekte
  1. Einleitung

Prägend für das Schulprofil der Grundschule Hofen ist die enge Kooperation mit der Helene-Schoettle-Schule, die im Jahr 2002 ihren Ursprung fand. Im Laufe der folgenden Jahre wurde die Zusammenarbeit professionalisiert und im Jahr 2010 erstmalig konzeptionell festgehalten. Im Schuljahr 2024/25 wurde das Konzept evaluiert und weiterentwickelt und im Schuljahr 2025/26 fertig gestellt.

Als Symbol für unsere Arbeit in den kooperativen Organisationsformen (KOF) verdeutlicht der Kooperationsbaum (siehe Bild) die zentrale Idee, wie verschiedene Elemente der Zusammenarbeit ineinandergreifen und voneinander abhängen.
Die Wurzeln repräsentieren das Fundament, auf dem alles aufbaut. Dazu gehören nicht nur die räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, sondern auch die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen, sowie die Einstellungen und Haltungen der Lehrkräfte beider Schulen. Diese Vielfalt, die in den Wurzeln verankert ist, bildet die Grundlage, aus der alles Weitere erwächst. Der Stamm steht für das starke WIR-Gefühl, welches aus der Vielfalt aller Beteiligten entsteht und die Zusammenarbeit trägt. Das „WIR“ steht für: wertschätzend, individuell und respektvoll. Es ist die Haltung, die unsere gemeinsame Arbeit prägt. Die Teamarbeit zwischen den Lehrkräften erhält bei uns dabei eine besondere Stellung. Sie ist die essentielle Grundlage für die erfolgreiche Durchführung einer KOF. Gelingt diese, wird aus zwei Klassen eine Gemeinschaft. Der Kooperationsgedanke wird durch die gemeinsame Planung und Durchführung von Unterricht, Ausflügen und anderen Projekten gelebt, sowie durch gemeinsame Feste und Feiern. Unser konkretes Schulleben stellt das Kronendach des Baumes dar. Diese Ausgestaltung soll die freie Entfaltung eines jeden Individuums ermöglichen, insbesondere der Schülerinnen, die in diesem Rahmen ihre individuellen Potenziale entdecken und entwickeln können. Gleichzeitig bietet die KOF auch den Lehrkräften Raum, ihre Kompetenzen und Ideen einzubringen und sich weiterzuentwickeln.
Schließlich tragen die Äste die Früchte, die die Ziele und Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit darstellen. Dazu gehören der individuelle und gemeinsame Lernerfolg der Schüler*innen, die Zufriedenheit der Lehrkräfte, sowie die langfristigen Wirkungen auf soziale Teilhabe und Inklusion. Es handelt sich dabei um verschiedene Früchte, um der Verschiedenheit dieser Ziele Rechnung zu tragen.
Der Baum als Symbol verdeutlicht so das Zusammenspiel von Rahmenbedingungen, gemeinsamer Arbeit und individueller Entfaltung, die in einer KOF die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und Entwicklung bilden.

  1. Rahmenbedingungen

Die erfolgreiche Umsetzung der KOF setzt bestimmte strukturelle, personelle und organisatorische Rahmenbedingungen voraus. Nur wenn diese Bedingungen verlässlich gestaltet sind, kann eine erfolgreiche Kooperation stattfinden. Diese werden im Folgenden dargestellt:

2.1 Bildungspläne
Die Grundlage unserer pädagogischen Zusammenarbeit bildet die Verzahnung beider Bildungspläne (Bildungsplan der Grundschule und Bildungsplan Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung). Die Arbeit in der KOF basiert auf den rechtlichen Vorgaben und pädagogischen Zielsetzungen sowohl der allgemeinbildenden Schule als auch des SBBZ mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Die Unterrichtsplanung orientiert sich dabei zeitlich und inhaltlich an den Kompetenzentwicklungsplänen der Grundschule. Dabei werden auch die Individuellen Lern- und Entwicklungsziele der Schüler*innen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung berücksichtigt.

2.2 Räumlichkeiten
Die räumlichen Bedingungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle für die gelingende Kooperation. Zwei benachbarte Klassenzimmer bilden die Grundlage des gemeinsamen Unterrichts. Die flexible Nutzung beider Räume ermöglicht vielfältige Unterrichtsarrangements – von Phasen gemeinsamen Arbeitens bis hin zur gezielten Förderung in kleineren Gruppen. Differenzierung, Rückzugsmöglichkeiten und ein Wechsel zwischen gemeinsamer und getrennter Arbeit werden so räumlich ermöglicht.

2.3 Verlässliche Besprechungszeiten
Zudem braucht Zusammenarbeit verlässliche zeitliche Strukturen. Feste Besprechungszeiten im Team sind notwendig, um Unterricht gemeinsam zu planen, Materialien abzustimmen und individuelle Lernprozesse im Blick zu behalten. Dabei hat es sich bewährt, dass auch die Grundschulkolleg*innen der Parallelklassen (gleiche Klassenstufe) bei den Besprechungen dabei sind.
Diese festen Besprechungszeiten sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kooperativen Arbeit und sollten verbindlich im Stufenteam verankert sein.

Erst durch das Zusammenspiel all dieser Rahmenbedingungen kann das entstehen, was die KOF auszeichnet: Ein tragfähiges Fundament für gemeinsames Lernen und individuelle Förderung.

  1. Teamarbeit und Haltung

Die kooperative Organisationsform lebt von der Zusammenarbeit auf Augenhöhe und einem echten WIR-Gefühl: Ein gemeinsames pädagogisches Verständnis, gemeinsam Verantwortung zu tragen, sowie die Reflexion und Evaluation der kooperativen Zusammenarbeit. Aufgeschlossenheit, Motivation und der Wille zur Zusammenarbeit sind elementar für eine gelingende Teamarbeit. In der gelebten Praxis bedeutet das: „Wir sind eine Klasse“.
Ein zentrales Merkmal kooperativer Professionalität ist die gemeinsame Planung und Durchführung von Unterricht. Dies erfordert verlässliche Absprachen, eine klare Rollenverteilung und die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen. Unterschiedliche Expertisen bereichern den gemeinsamen Unterricht, ermöglichen vielseitige Zugänge und fördern kreative Lösungen. Der Austausch über Differenzierungsmöglichkeiten, Methoden und Materialien gehört zur gelebten Praxis und ist Voraussetzung für einen Unterricht, der allen Schüler*innen gerecht werden will. Wo echte Kooperation gelebt wird, entsteht ein Raum, in dem sowohl Kinder als auch Erwachsene wachsen können.

  1. Schulleben

Das WIR-Gefühl der KOF wird über die Grenzen der Klassen in der Schulgemeinschaft gelebt.
WIR begegnen uns gemeinsam auf dem Schulhof in den Pausen.
WIR begegnen uns in den Fluren.
WIR helfen uns gegenseitig.
WIR gestalten und erarbeiten gemeinsame Projekte.
WIR feiern gemeinsam unsere Feste.

4.1 Unterricht
Ein zentrales Ziel des gemeinsamen Unterrichts ist die individuelle Förderung aller Schülerinnen. Durch differenzierte Angebote, vielfältige Methoden und multiprofessionelle Zusammenarbeit können Lernprozesse gezielter unterstützt werden. Dabei steht nicht der Vergleich mit anderen, sondern die persönliche Entwicklung jedes einzelnen Kindes im Fokus. Als zentraler Leitspruch bei der Planung und Umsetzung gilt dabei: „So gemeinsam wie möglich, so individuell wie nötig.“ Schülerinnen lernen mit- und voneinander: in heterogenen Lerngruppen, durch soziale Interaktion und gemeinsames Tun. Sie erleben Vielfalt als Normalität und entwickeln so soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Toleranz, Geduld und Empathie.
Der Fachunterricht findet in den Kooperationszeiten statt, die jedes Team individuell bestimmt. In der Regel findet die Kooperation vor allem, aber nicht ausschließlich, im Mittelblock statt.
Neben dem gemeinsamen Fachunterricht, findet in jeder Kooperationsklasse ein gemeinsamer Morgenkreis statt, der je nach Lehrkräften individuell gestaltet wird, Begegnung miteinander ermöglicht und durch seine bekannte, wiederkehrende Struktur jedem Kind die Möglichkeit zur Partizipation gibt.
In den Kooperationsklassen finden außerdem regelmäßig Ausflüge oder außerunterrichtliche Aktivitäten statt, bei denen alle Kinder gemeinsam teilnehmen, wie beispielsweise Kinoabende, Schulübernachtungen, Abschlussfeste und Ausflüge passend zu den Sachunterrichtsthemen. Hier bespricht sich das Team im Voraus, was unter welchen Bedingungen möglich ist, damit alle partizipieren können.

4.2 Pausensituationen
Alle Schüler*innen der Grundschule Hofen haben eine gemeinsame Pause von 11.05 Uhr bis 11.25 Uhr. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, gemeinsam zu spielen, zu reden und Zeit miteinander zu verbringen. Selbstverständlich werden die Kinder dabei von den Lehrkräften beider Schularten beaufsichtigt. Hier entstehen Begegnungsmöglichkeiten außerhalb von Unterrichtssituationen, in den denen die Kinder sich gegenseitig noch einmal anders kennenlernen, beispielsweise bei gemeinsamen Spielen (Fußball, Basketball, Fangen) oder auch einfach im gemeinsamen Gespräch.

4.3 Gemeinsame Feste und Projekte
Schulgemeinschaft entsteht durch gemeinsames Tun und in der Begegnung miteinander. Deshalb gibt es bei uns an der Schule viele gemeinsame Feste und Projekte, die dies ermöglichen wie:
• die Einschulungsfeier
• die Monatsfeiern
• das Adventsfenster
• die Nikolausfeier
• der gemeinsame Weihnachtsgottesdienst
• die Fasnet
• das Sportfest
• die Projekttage
• das Schulfest
• die Verabschiedung der Viertklässler
Exemplarisch soll hier auf die Monatsfeier eingegangen werden, da diese, wie der Name bereits impliziert, einmal im Monat stattfindet und somit regelmäßig ein gemeinsames Erlebnis schafft.
Jeden Monat bereitet eine andere Klassenstufe die Monatsfeier vor und begleitet durch den Ablauf. Die vorbereitende Klassenstufe führt in der Regel etwas vor und singt ein gemeinsames Lied. Alle anderen Klassen haben ebenfalls die Möglichkeit, etwas zu präsentieren, was sie im Unterricht geübt oder gestaltet haben. So bekommen alle Kinder Einblicke, in den Unterrichtsalltag der anderen Klassen. Hier werden beispielsweise Tänze vorgeführt, Lieder gesungen, Theater gespielt oder Kunstprojekte gezeigt. Alle Kinder zeigen ihre Präsentationen mit Stolz und entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Bei jeder Monatsfeier wird außerdem unser Schulsong gesungen und gebärdet, den einige Schüler*innen gemeinsam mit einigen Lehrkräften geschrieben haben. Er spiegelt das Wir-Gefühl wider, das unsere Schule trägt und soll deshalb den Abschluss dieser Konzeption bilden.

Download der Konzeption inkl. des Schulsongs mit Gebärden: Schule_Organisation_KOF Grundschule Hofen Konzeption